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Aktivierendes Lehren: Eine didaktische Toolbox

Diese Veranstaltung ist Teil des Zertifikatsprogramms „Medizinische Lehre Wien“ (MLW).

Themen und Inhalte

Aktivierendes Lehren ist ein zentrales Element qualitativ hochwertiger medizinischer Ausbildung. Es fördert tiefes Lernen, klinisches Denken und nachhaltigen Kompetenzerwerb. Das Seminar „Aktivierendes Lehren: Eine didaktische Toolbox“ richtet sich an alle Lehrenden in der Medizin, die ihre Lehrpraxis reflektieren, didaktische Grundlagen vertiefen und ihre Lehre gezielt weiterentwickeln möchten.

Zu Beginn reflektieren die Teilnehmer:innen ihre eigene Lehrpraxis systematisch im Hinblick auf eingesetzte didaktische Methoden und die Qualität ihrer Lehre. Dabei identifizieren sie individuelle Stärken sowie Entwicklungsbedarfe und schaffen eine fundierte Ausgangsbasis für die Arbeit im Seminar.

Darauf aufbauend werden zentrale didaktische Grundkonzepte der medizinischen Lehre behandelt. Die Teilnehmer:innen setzen sich mit den Prinzipien der Adult Learning Theories, dem Hidden Curriculum, der Bedeutung klar formulierter Lernziele sowie der Bloom’schen Taxonomie auseinander und reflektieren deren Relevanz für aktivierendes Lehren.

Ein Schwerpunkt des Seminars liegt auf dem Kennenlernen einer praxisorientierten didaktischen Toolbox. Die Teilnehmer:innen erhalten einen strukturierten Überblick über verschiedene aktivierende Lehrmethoden, darunter Think-Pair-Share, strukturierte Feedbackformate, Case-based Collaborative Learning, Concept Maps und das One-Minute-Preceptor-Modell. Ziel ist es, diese Methoden hinsichtlich Zielsetzung, Einsatzmöglichkeiten und Limitationen differenziert beurteilen zu können.

Im weiteren Verlauf wählen die Teilnehmer:innen gezielt didaktische Methoden für einen eigenen Lehrkontext aus und begründen diese Auswahl anhand von Lernzielen, Rahmenbedingungen und der jeweiligen Studierenden-Zielgruppe. Zum Abschluss entwickeln sie einen umsetzbaren Aktionsplan zur Weiterentwicklung einer eigenen Lehrveranstaltung, der mindestens eine didaktische Methode sowie ein Evaluationskriterium zur Erfolgskontrolle enthält. Das Seminar unterstützt damit den nachhaltigen Transfer aktivierender Lehrmethoden in die medizinische Lehrpraxis.

Lernziele

  • Reflexion und Standortbestimmung der eigenen Lehre
    Am Ende des Seminars reflektieren die Teilnehmer:innen ihre eigene Lehrpraxis systematisch im Hinblick auf eingesetzte didaktische Methoden und die Qualität der Lehre und identifizieren konkrete Stärken sowie Entwicklungsbedarfe ihres bisherigen Lehrhandelns.
  • Didaktische Grundkonzepte der medizinischen Lehre
    Am Ende des Seminars können die Teilnehmer:innen zentrale Prinzipien der Adult Learning Theories (ALT), das Hidden Curriculum, die Bedeutung von Lernzielen und die Bloom’sche Taxonomie erläutern und für die Gestaltung ihrer eigenen Lehre nutzen.
  • Überblick über didaktische Methoden (Toolbox)
    Am Ende des Seminars sind die Teilnehmer:innen in der Lage, mindestens fünf unterschiedliche didaktische Methoden (z. B. Audiovisuelle Mediengestaltung, Fallbasierte Lehre, Think-Pair-Share, Feedback, Case-based Collaborative Learning, Concept Maps, One-Minute Preceptor) zutreffend zu beschreiben und deren Zielsetzung, Einsatzmöglichkeiten sowie Limitationen darzulegen.
  • Auswahl der passenden Methode
    Im Verlauf des Seminars wählen die Teilnehmer:innen didaktische Tools gezielt für einen eigenen Lehrkontext aus und begründen die Auswahl anhand von Lernzielen, Rahmenbedingungen und der Studierenden-Zielgruppe.
  • Konkrete Verbesserung der eigenen Lehre
    Bis zum Seminarende entwickeln die Teilnehmer:innen einen umsetzbaren Aktionsplan zur Verbesserung einer eigenen Lehrveranstaltung, der mindestens eine didaktische Methode enthält, konkret umsetzbar ist und mindestens ein Evaluationskriterium zur Erfolgskontrolle benennt.

Methoden

  • Flipped Classroom (Vorbereitungsaufgabe, Nachbereitungsaufgabe)
  • Interactive Mini Lectures
  • Think – Pair – Share
  • Fragen, Feedback, One-Minute-Preceptor
  • Lernzielerstellung
  • Evaluation
  • Prüfungen
  • Präsentationen der Teilnehmer:innen

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an alle Lehrenden der Medizinischen Universität Wien aller Fachrichtungen, die qualitativ hochwertige Lehre anbieten und ihre Lehrpraxis weiterentwickeln möchten – unabhängig vom bisherigen Erfahrungsstand. Sowohl Neulinge in der Lehre als auch erfahrene Lehrende sind herzlich willkommen.

Seminarleitung

Dr.in Angelika Hofhansl, MME

Leiterin Medizindidaktik, Teaching Center, MedUni Wien

Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ. Franz Kainberger

Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Christian A. Müller

Universitätsklinik für HNO, MedUni Wien

Gruppengröße

  • Max. 20 Teilnehmer:innen

Stunden

  • 6 Stunden / 0,4 ECTS

Anmeldung und Termine

Termine: 19. und 26. März 2026, jeweils von 13–16 Uhr

Ort: In Präsenz (Raum wird noch bekannt gegeben)

Als Mitarbeiter:in der MedUni Wien melden Sie sich mit Ihrer MedUni Wien-UserID im Med.Campus unter https://campus.meduniwien.ac.at an. Auf Ihrer Visitenkarte finden Sie den Punkt „Seminare - Medizindidaktik“. Öffnen Sie das Seminar im jeweiligen Semester und klicken Sie auf den Button „Anmelden“. 

Externe Interessent:innen können sich per E-Mail unter medizindidaktik@meduniwien.ac.at  über die Termine informieren und anmelden.

Die Teilnahme an allen Terminen des Seminars wird vorausgesetzt. Voraussetzung für den Erhalt einer Teilnahmebestätigung ist eine Anwesenheit von mindestens 75 Prozent der Veranstaltungszeit. Es wird um pünktliches Erscheinen ersucht. Im Falle einer Verhinderung ist eine Abmeldung erforderlich.

Weitere Informationen: Anmeldungs- und Teilnahmebedingungen

Kontakt: medizindidaktik@meduniwien.ac.at  

Teilnahmegebühr

Für folgende Personengruppen ist die Teilnahme kostenlos:

  • Für Mitarbeiter:innen der MedUni Wien
  • Für externe Lehrende mit Lehrauftrag an der MedUni Wien
  • Für Lehrende aus den Lehrkrankenhäusern der MedUni Wien
  • Für akkreditierte Ausbildungspraxen Allgemeinmedizin der MedUni Wien

Literatur

Adams, N. E. (2015). Bloom’s taxonomy of cognitive learning objectives. Journal of the Medical Library Association, 103(3), 152–153. https://doi.org/10.3163/1536-5050.103.3.010

Daley, B. J., & Torre, D. M. (2010). Concept maps in medical education: An analytical literature review. Medical Education, 44(5), 440–448. https://doi.org/10.1111/j.1365-2923.2010.03628.
 

Hafferty, F. W., & O’Donnell, J. F. (2014). The hidden curriculum in health professional education. Academic Medicine, 89(2), 321–323. https://doi.org/10.1097/ACM.0000000000000125

Fischer, K., Sullivan, A. M., Krupat, E., & Schwartzstein, R. M. (2019). Assessing the effectiveness of using mechanistic concept maps in case-based collaborative learning. Academic Medicine, 94(2), 208–212. https://doi.org/10.1097/ACM.0000000000002505.

 

Torralba, K. D., Jose, D., & Byrne, J. (2020). Psychological safety, the hidden curriculum, and ambiguity in medicine. Clinical Rheumatology, 39, 667–671. https://doi.org/10.1007/s10067-019-04889-4

Diplom-Fortbildungs-Programm (DFP)

Eine Akkreditierung der Veranstaltung für das Diplom-Fortbildungs-Programm (DFP) der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) ist angefragt.